Sonntag, 22. Juli 2012

Morgen geht es los

Morgen geht die 3wöchige Reise auf das tansanische Festland los. Zuächst wollen wir uns Dar es Salaam und Bagomoyo ansehen und weiter geht es dann mit einer Safari, bei der wir hoffentlich den ein oder anderen Vierbeiner sehen. Außerdem ist eine Besteigung des 4566m hohen Mt. Meru geplant.
Der Rucksack ist gepackt. Es kann also losgehen. Vielleicht melde ich mich mal Zwischendurch.
Gestern war ich mit meinem Besuch mal wieder im Jozani-Park und muss euch unbedingt ein Bild mitschicken:

Donnerstag, 19. Juli 2012

Man kann es nicht glauben...

...aber leider gab es gestern hier schon wieder ein Faehrunglueck. Falls ihr es schon in den Nachrichten gehoert habt, wollte ich euch nur kurz informieren, dass es mir gut geht.
Es ist einfach unbegreiflich. Wie schon im letzten Jahr gab es zu wenige Rettungsboote und zu wenige Rettungswesten. Es war sehr windig und das Boot war wohl sehr schnell unterwegs.Ich kann mir auch vorstellen, dass die technischen Wartungen leider nicht so ernst genommen werden.
http://www.dailynews.co.tz/index.php/local-news/7627-another-boat-tragedy-hits-z-bar
Da meine Schule sehr gross ist, dachte ich mir schon, dass viele Lehrer auch Angehoerige haben, die auf der Faehre waren. Drei Lehrer haben mir bereits erzaehlt, dass Angehoerige bei dem Unglueck ums Leben gekommen sind. Einige waren schon auf dem Weg zur Beerdigung, da diese hier ja innerhalb von 24h erfolgen muss. Schrecklich. Eine Schuelerin war auch auf dem Boot.

Montag, 16. Juli 2012

Es ist viel los...

...denn nun beginnt bald die Zeit des Ramadhan, d.h. Schulferien fuer die Schueler und fuer mich. Es werden gerade letzte Tests geschrieben, sodass die Schueler wissen, wo ihre Schwaechen sind.
Die Mathelehrerin ist leider immer noch krank, sodass ich gerade sehr viel unterrichte.
Am Donnerstag findet dann auch noch der zweite Teil meines Workshops zum Thema Unterrichtsmethoden statt. Freue mich schon darauf, mit den Lehrern zu diskutieren und neue Ideen fuer die zukuenftigen Unterricht zu sammeln.
Ansonsten beginnen nun auch langsam meine Reisevorbereitungen, da es naechste Woche Montag aufs Festland geht. Freue mich schon sehr darauf, andere Teile Tansanias kennenzulernen, u.a. ist eine Besteigung des Mt. Meru geplant.
Gestern habe ich einen Ausflug mit der Familie zum Jozani-Forest gemacht. Fuer die Familie war es der erste Ausflug mit der ganzen Familie. Habe mich auch besonders gefreut, dass die Mutter mitkommen konnte. Denn sonst ist sie eigentlich immer zu Hause. Wir sind mit dem Dala in den Park gefahren und haben uns dann die Affen angesehen. Die Kinder haben sich so gefreut. Dann haben wir uns zusammen mit einem Fuehrer den Wald angesehen. War fuer alle sehr spannend. Am Abend waren alle sehr kaputt, aber gluecklich von dem schoenen Tag.
Ausserdem habe ich in den letzten Tage viele Filme im Rahmen des Filmfestivals sehen koennen. Es war sehr spannend zu sehen, welche Themen hier in Tansania wichtig sind. Zu meinem Erstaunen schein der Kindesmissbrauch ein grosses Problem zu sein, was mir bisher so nicht klar war. Zusammen mit meinen Schuelern habe ich einen daenischen Film (Catch the girl) gesehen. Erst dachte ich, dass die Schueler Verstaendisschwierigkeiten haben, da es ja nur englische Untertitel gab. Aber in den Diskussionen danach wurde deutlich, dass sie insgesamt den Film sehr gut verstanden haben. Mir wurde klar, wieviel so ein Film uebermitteln kann. Fuer die Schueler war es eben eine ganz andere Lebenswelt die aufgezeigt wurde, sodass sie viel lernen konnten.

Montag, 9. Juli 2012

Sansibarischer Winter

Nein, meine Jacke habe ich bisher immer noch nicht gebraucht. Aber ich muss zugeben, dass ich mir diese gestern Abend zum ersten Mal hier gewuenscht haette. Tagsueber ist es aber immer noch sehr sonnig und warm. Und die leichte Brise die ab und zu mal weht finde ich sehr angenehm.
Hier findet gerade ein internationales Filmfestival statt (http://www.ziff.or.tz/). Sehr spannend. Am Mittwoch gibt es wohl sogar eine Vorstellung fuer Schueler. Der Schulleiter hat mir heute gesagt, dass ich mit ein paar Schuelern hingehen darf. Alle duerfen leider nicht, da schon allein unsere Schule mit 2000 Schuelern den Rahmen sprengen wuerde.

Der Videodreh macht sehr viel Spass. Am Freitag war ich bei einer Schuelerin zu Hause und sie hat mir gezeigt, wie sie auf Holzkohle ihr Lieblingsessen kocht. Sie hatte bereits alles vorbereitet und dann alles Schritt fuer Schritt erklaert.

Uebermorgen werde ich nun in der Schule filmen.

Leider ist gerade mein Rechner kaputt gegangen, sodass ich euch nur noch vom Internetcafe schreiben kann. Ich gebe trotzdem mein Bestes, euch immer auf dem Laufenden zu halten.

Der Unterricht laeuft gut. Leider ist nun noch eine weitere Mathelehrerin krank, sodass ich spontan noch eine weitere Klasse uebernommen hab, was eigentlich unmoeglich ist. Aber als mich die Schueler immer wieder gefragt haben, ob ich sie nicht unterrichten kann, hab ich irgendwann zugestimmt. Was will man bei so viel Lernmotivation machen? Muss eben jetzt nur mehr Salbeitee trinken, damit meine Stimme durchhaelt.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Lehrerworkshops und Videovorbereitungen

Von den Lehrerworkshops hatte ich ja bereits berichtet. Wie es der Zufall wollte, war an einem Tag der Leiter des National Teacher Resource Centers zu Besuch und hat sich ein wenig über den Workshop erkundigt. Dieses Zentrum leitet alle Lehrerfortbildungsinstitute auf Zanzibar. Er hat uns dann eingeladen und uns gefragt, ob wir den Workshop nicht auch für die anderen Institute anbieten könnten. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Nun rennt bei mir aber die Zeit. Wir versuchen nun, von jedem Institut eine(n) Vertreter(in) einzuladen und dann erst einmal diese zu schulen. Hoffentlich klappt es noch im September, denn Mitte Juli beginnt ja erst einmal der Monat Ramadhan.
Morgen werde ich nun auch den ersten Workshop an meiner Schule geben, zusammen mit dem Academic Leader. Thema: Unterrichtsmethoden. Leider wird noch zu oft ein lehrerzentrierter Unterricht durchgeführt. Schüler müssen sehr viel von der Tafel abschreiben, oft ohne jedliche Erklärung. Dazu ist noch Alles auf Englisch, was eine nächste Schwierigkeit mit sich bringt. Ich bin gespannt, wie die Lehrer auf die schüleraktivierenden Methoden reagieren. Das Gute ist, dass ich viele Methoden bereits mit den Schülern ausprobiert habe und dadurch bestätigen kann, dass viele Methoden auch mit 55 Schülern in der Klasse möglich sind (was meist als erstes Gegenargument gebracht wird).
Außerdem laufen gerade die Vorbereitungen für den Videodreh mit den Schülern. Zu verschiedenen Themenbereichen (Schule, Essen, Hobbies,...) haben sich Gruppen gebildet und Texte geschrieben. Morgen beginnt der Dreh für die erste Gruppe. Alle sind schon ganz aufgeregt. Und ich glaube mehr und mehr, dass es für die deutschen Schüler sehr spannend werden wird, da die Unterschiede einfach enorm sind. Eine Schülerin hat als Hobby z.B. Kochen angegeben und erzählte, dass sie jeden Tag noch vor der Schule für ihre Familie kochen muss (natürlich ohne E-Herd).

Sonntag, 17. Juni 2012

...mal wieder eine Hochzeit

Diesmal war ich allerdings zur Maulidi eingeladen, mit Trommelmusik, Gesang und Tanz. Hier ein paar Eindrücke:



Bericht der Woche und Wochenendausflug nach Dar

Den Lehrerworkshop haben wir erfolgreich abgeschlossen. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Zu meinem großen Erstaunen, waren 43 von 45 Academic Leadern anwesend, d.h. 43 Schulen waren vertreten. Dies finde ich natürlich insbesondere zur Verbreitung der Informationen sehr gut. Ein wichtiges Thema waren Unterrichtsmethoden, u.a. haben wir Videos von Unterrichtsszenen von Englischunterricht aus Deutschland gezeigt. Alle waren begeistert und sind motiviert ihre Kenntnisse in Workshops an ihre Lehrkräfte weiterzugeben. An meiner Schule werde ich mich hoffentlich noch selbst davon überzeugen können...
Am Wochenende bin ich dann mit Jule zum ersten Mal nach Dar es Salaam gefahren. Eigentlich ist man mit der Fähre in 2 Stunden da, aber irgendwie hat es mich bisher nicht von der Insel weggezogen. Es war schon komisch, mal wieder nach 6 1/2 Monaten Sansibar in einer 3Millionen-Stadt zu sein. Wir waren in einem Supermarkt und mussten uns einfach Käse mit Körnerbrot und Joghurt gönnen. Es war ein Genuss, den man nach 6 Monaten schon sehr schätzt, obwohl wir von der Fülle des Supermarkts schon mehr als überfordert waren....:)