Montag, 21. Mai 2012

Mal wieder ein paar Gedanken

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit jetzt rennt. Ich habe noch so viel vor und merke nun, dass die Zeit davon läuft. Aber die Leute hier sind ja sehr spontan, d.h. wenn ich am Montag meinen Workshop für Freitag ankündige ist das schon ein sehr langer Vorlauf. Ich hoffe also, dass alles noch irgendwie klappt.
In der Schule läuft das Unterrichten gerade richtig gut und es gibt gerade auch keine Ausfälle. Die Schüler haben tatsächlich während meiner Seminarwoche alle Aufgaben gelöst, was mich natürlich sehr gefreut hat.
Außerdem haben wir seit heute endlich einen neuen Schulleiter. Ich bin gespannt, welche Veränderungen sich dadurch ergeben.
Ansonsten war ich in der letzten Woche mal wieder auf zwei Hochzeitsfeiern. Was mich immer wieder erstaunt, dass die Brautpaare nie lächeln. Für uns natürlich sehr ungewöhnlich. Wenn man dann aber überlegt, dass die Frau den Mann zum einen noch gar nicht kennt und sie plötzlich eine Verantwortung als Hausfrau, Ehefrau und Mutter hat, kann man auch verstehen, dass die Frauen auch ein wenig Angst davor haben. Sie sind ja meist auch noch sehr jung. 
In der letzten Woche gab es noch eine andere Feier zu der ich eingeladen war, und zwar die Zeugnisvergabe meiner Deutschlerngruppe. Seit einigen Wochen treffen wir uns regelmäßig und lernen im Tandem Swahili-Deutsch. Vor kurzem hatten sie nun ihre Abschlussprüfung, die international anerkannte A1-Sprachprüfung die vom Goethe-Institut abgenommen wird und erstmalig auf Sansibar durchgeführt wurde. Es haben 15 von 16 bestanden, was natürlich ein tolles Ergebnis ist. Da ich insbesondere in der Woche vor der Prüfung intensiv mit ihnen gelernt habe, haben sie mich zur Zeugnisübergabe eingeladen. Hier ein kleiner Eindruck von der Gruppe. Im Vordergrund sieht man die Lehrkräfte und die Leiterin des Goethe-Instituts. Eine wirklich sehr nette Gruppe.
  

Gestern haben wir dann endlich mal wieder einen Familienausflug gemacht. Und zwar ging es wieder in den Zanzibar Park, wo ich am Anfang bereits mit Rashid und Abdulli war. Diesmal waren die kleinen Kinder dran;). Wir haben dann Jule und ihr Gastbrüder getroffen und haben zusammen den Park erkundet. Neben einem kleinen Ausritt auf einem Pferd war der Spielplatz der Höhepunkt schlechthin. Die Kinder hatten so viel Spaß beim Schaukeln, Rutschen, Fahrrad fahren, Trampolin springen,...und wir saßen daneben und haben uns einfach nur gefreut über diese strahlenden Augen.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Mittlerweile scheint wieder die Sonne...

wobei ich die kleine Wetteränderung auch wirklich genossen hab.
Letzte Woche Freitag habe ich nun meine neue traditionelle Kleidung eingeweiht. Alle Lehrer haben sich unglaublich gefreut, was echt schön war. Nur die Kopfbedeckung habe ich etwas abgewandelt;).
In dieser Woche hatte ich ein Zwischenseminar, wo es darum ging unsere bisherigen Erfahrungen zu reflektieren. Ich habe zusammen mit den anderen drei Lehrern in der Stadt übernachtet, was auch mal schön war. Die kulinarische Verpflegung war sehr gut. So sind wir sogar in den Genuss von Pizza und Käse gekommen, was man schon sehr schätzt.
Den Schülern habe ich für diese Woche einen Wochenplan erstellt. Erst waren sie etwas verwirrt, weil sie so etwas wohl noch nie gesehen haben. Sie haben viele Fragen gestellt und ich hoffe, dass sie nun alles verstanden haben. Es wird sich in den Antworten zeigen. Ich bin schon sehr gespannt. Letzte Woche habe ich mal wieder einen Test in Mathe geschrieben und mich sehr gefreut, dass dieser schon viel besser ausgefallen ist als der letzte:). Am Wochenende haben wir dann wieder ein Seminar mit unseren Tandemlehrern in Kizimkazi.

Montag, 30. April 2012

Wie versprochen habe ich euch nun endlich Sonne geschickt

...so viel, dass es jetzt hier nur noch regnet. Aber ich finde es zur Verwunderung vieler Einheimischer sehr schön. Endlich mal eine Wetteränderung und eine kleine Abkühlung. So wie die Sonne ist auch der Regen nicht mit unserem Regen vergleichbar. Wenn es regnet, dann richtig. Die Straßen sind überschwemmt und im Haus und in der Schule ist es aufgrund des Wellblechdachs unglaublich laut.
Hier ein Beweisfoto, welches aber  nur einen kleinen Eindruck gibt.

Heute hat die Mutter der Familie beschlossen, mir traditionelle Kleidung (einen Kanzu) mitzubringen. Ich musste es gleich anprobieren. Sie hat sich unglaublich gefreut und meinte, dass ich dies nun unbedingt in der Schule tragen muss. Über die Kopfbedeckung muss ich noch einmal nachdenken und auch sonst dauert es wohl noch ein bisschen bis ich mich daran gewöhnt hab. Ich will euch trotzdem schon einmal daran teilhaben lassen.

Samstag, 21. April 2012

Madrasa


Salaam Aleikum. Heute war ich das erste Mal in einer „Madrasa“, eine Schülerin hatte mich eingeladen. „Madrasa“ ist das arabische Wort für Schule. Dort lernen die Kinder hauptsächlich zunächst den Koran auswendig und lernen später arabisch. Jeden Tag außer Freitag gehen die Kinder zur „Madrasa“, vor bzw. nach der Schule für ca. zwei bis vier Stunden. Ich bin heute in einige Klassen gegangen und die Kinder von 5 bis 14 Jahren haben mir Koranverse vorgetragen. In unseren Ohren ist es Gesang, aber der wird hier nicht als solcher bezeichnet. Ich finde es einerseits faszinierend, was auch die jüngeren Kinder schon können. Andererseits ist es auch ein wenig komisch, da sie zwar die Verse auswendig vortragen können, aber den Inhalt noch nicht verstehen, da sie erst später die arabische Sprache erlernen. Das Lernen und Unterrichten erfolgt meist über vorsagen und wiederholen im Chor. Gekleidet waren die Jungen in einem weißen Gewand „kanzu“ und einer Kappe „kofia“. Viele Mädchen trugen weiße Kopftücher und weiße Röcke.
Die Tage der Schüler sind also mit Koranschule und Schule sehr gut ausgefüllt. Viele Schüler haben nach der Schule noch Nachhilfe, sodass sie eigentlich keine mehr Freizeit haben. Aber zumindest Samstag und Sonntag haben sie keine Schule, also nur Koranschule.
Es war eine interessante Erfahrung für mich und die Schülerin hat sich glaube ich auch gefreut, dass ich mitgekommen bin.  

Samstag, 14. April 2012

Osterferien auf Zanzibar

Ja man musste sich immer sehr gut vor der Sonne schützen...
Obwohl uns viele Leute gesagt haben, dass man auf Zanzibar nicht so gut Fahrradfahren kann, haben Jule und ich uns nicht davon abhalten lassen. Wir sind fast einmal um die Insel geradelt, insgesamt 170km. Die nächste Hürde war die Regenzeit, aber auch die hat uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Zweimal gab es ein bisschen Nieselregen, den wir sehr genossen haben, da er eben auch etwas kühlere Luft mitgebracht hat. Es hat total Spaß gemacht und man hat die Insel nochmal ganz anderes kennengelernt. Zunächst sind wir nach Kendwa und Nungwi in den Norden der Insel geradelt. Dort hat uns ein wunderschöner Strand erwartet. Man könnte meinen, dass Strand gleich Strand ist. Aber wir haben festgestellt, dass jeder Ort seinen eigenen Charme hat. Die Landschaft anders ist, andere Bäume wachsen, die Leute an manchen Orten freundlicher waren als an anderen. Insgesamt eine tolle Erfahrung.
Kendwa/ Nungwi


Pongwe
Hier haben wir eine unglaublich schöne Unterkunft gefunden, die dank der Regenzeit günstig war und wir dazu noch die einzigen Gäste waren. Am meisten haben wir uns tatsächlich über die heiße Dusche gefreut. Die man nach vier Monaten so richtig schätzen lernt:).

 
Sogar Buschbabies haben wir gesehen und gefüttert. Die roten Bananen sind übrigens auch für Menschen sehr lecker.























  


Michamvi
Da es sonst ein großer Umweg gewesen wäre, haben wir überlegt, dass wir eine Strecke gut mit dem Boot zurücklegen könnten. Wir wussten aber vorher nicht, ob dies überhaupt möglich ist. Wir sind also einfach zum Hafen gefahren und wie so oft hier, regelt sich alles irgendwie. Man braucht nur ein wenig Geduld. Mit einem zanzibarischen Segelboot, einer Dhau, sind wir also mit unseren Rädern im Gepäck 2 1/2 Stunden über das Wasser geschippert. Da erst zu wenig Wasser zum Segeln war, musste wir etwas Paddeln bzw. Staken.




In Michamvi hat uns dann ein traumhafter Sonnenuntergang erwartet.


Auch von den Regentropfen haben wir uns nicht abhalten lassen:




  

Die Unterwasserwelt

Auch wenn ich diese Fische beim Schnorcheln bisher noch nicht alle sehen konnte, möchte ich euch einen kleinen Eindruck von der Unterwasserwelt schicken. Noch einmal vielen Dank an Andi für diese Möglichkeit.

Languste

Rotfeuerfisch

Sepia

Sepia

Montag, 2. April 2012

Meine erste zanzibarische Hochzeit

Gestern war ich zum ersten Mal bei einer zanzibarischen Hochzeit dabei. Auch wenn sie nur sehr klein war und es leider keine Musik gab, war es schon sehr spannend. Wir haben erst auf die Braut gewartet und dann zusammen gegessen, wobei das meiste Essen eingepackt wurde und später mit nach Hause genommen wurde. Dann ging es hauptsächlich darum, die Braut zu betrachten und Fotos zu machen. Hier ein kleiner Ausschnitt...